Was ist heller Hautkrebs?
Unter dem Begriff heller Hautkrebs wird ein unkontrolliertes Wachstum von Hautzellen der Basalmembran (Basaliom) und der Plattenepithelzellen (Spinaliom) zusammengefasst. Es handelt sich hierbei um langsam wachsende Tumore, die vor allem an Hautstellen mit chronischer Schädigung durch Sonnenlicht entstehen. Sie müssen behandelt werden, da sie kontinuierlich wachsen und dadurch zu blutenden und nässenden Hautveränderungen führen, die über Jahre sogar Muskel, Knorpel und Knochen schädigen können. Selten kommt es zu Bildung von Absiedlungen in den Lymphknoten oder andere Organe. In der Regel ist es ein lokales Geschehen.
Wie kann heller Hautkrebs festgestellt werden?
Wir diagnostizieren den hellen Hautkrebs bei der Hautuntersuchung in der Sprechstunde oder bei der Hautkrebsvorsorgeuntersuchung mit dem Dermatoskop oder ATBM Fotofinder. Typisch sind teilweise glasige oder krustige Hautveränderungen, die über einen längeren Zeitraum bestehen und nicht spontan abheilen, sondern langsam an Größe zunehmen. Besteht bei ihnen der Verdacht auf hellen Hautkrebs, führen wir eine Gewebeprobe zur histologischen Untersuchung und Bestätigung des Befundes durch. Sollte die Untersuchung den Verdacht bestätigen, ist häufig eine operative Sanierung medizinisch indiziert.
Wie wird heller Hautkrebs entfernt?
Die histologisch kontrollierte Entfernung des Tumors in örtlicher Betäubung ist der Goldstandard in der Therapie von hellem Hautkrebs. In der Regel ist eine örtliche Betäubung vollkommen ausreichend. Sollten sie eine Narkose wünschen oder der Befund zu großflächig sein, empfehlen wir die operative Behandlung in einer Hautklinik.
In der Dermastube operieren wir ausschließlich in örtlicher Betäubung. Das Ziel der OP ist es den Hauttumor komplett im Gesunden zu entfernen. Dazu wird nach dermatoskopischer Festlegung der OP-Größe der Tumor entfernt, zur Untersuchung ins Labor geschickt und der Defekt mittels aufwendiger Wundnaht, fachgerecht und kosmetisch so optimal wie möglich, verschlossen. Je nach Lokalisation wird die Hautnaht nach 7 bis 14 Tagen entfernt. Beim Fadenzug liegt in der Regel der histologische Befund vor, so dass wir dann mit ihnen besprechen können, ob die Behandlung abgeschlossen ist oder eine Nachbehandlung erfolgen muss.
Was ist eine zweizeitige OP?
Sollte der Tumor an einer kritischen Lokalisation wie z.B. an der Nase, am Augeninnenwinkel, an der Kopfhaut oder auch sehr groß und klinisch schlecht abgrenzbar sein, empfehlen wir die Durchführung einer zweizeitigen OP. Die Behandlung besteht aus mindestens zwei Sitzungen. In der ersten Sitzung wird der Tumor mit größter Sorgfalt und so kleinflächig wie möglich entfernt. Der Defekt wird provisorisch verschlossen und das Präparat wird zur mikrographisch kontrollierten Untersuchung ins Histologielabor geschickt. Hier schaut der Kollege, ob der Tumor zu allen Seiten und zur Tiefe vollständig entfernt werden konnte. Den Befund erhalten wir nach 1-2 Tagen. Sollte der Tumor komplett entfernt sein, kann nun der Defekt funktional und kosmetisch so optimal wie möglich verschlossen werden. Je nach Größe der OP, kann es sein, dass sie am Tag nach dem Defektverschluss nochmal zu einem Verbandwechsel zu uns kommen müssen. Der Fadenzug im Gesicht erfolgt nach 7 Tagen und am Körper nach 10-14 Tagen.
Ist die Prozedur schmerzhaft?
Die Behandlung erfolgt in örtlicher Betäubung. Sie merken lediglich zu Beginn feine Nadelstiche. Um diese Abzumildern, können sie eine Stunde vor dem Eingriff zu Hause eine Betäubungssalbe auftragen. Sprechen sie uns ruhig darauf an, wenn sie Sorge bezüglich starker Schmerzen durch die Betäubung haben.
In den Tagen nach der OP, können sie leichte Wund- und/oder Spannungsschmerzen empfinden. Das Schmerzempfinden ist individuell sehr unterschiedlich. Sie können nach einer OP bei uns gerne ein Ihnen bekanntes Schmerzmittel einnehmen. Wir bitten sie auf Aspirin, ASS zu verzichten, da dieses Medikament das Nachblutungsrisiko erhöht. Ibuprofen, Paracetamol oder Novaminsulfon können sie bedenkenlos einnehmen.
Was mache ich, wenn sich die Wunde entzündet?
Sollten sie im Zeitraum zwischen OP und Fadenzug bemerken, dass die Wunde stark gerötet ist, nässt, schmerzt, überwärmt ist oder sie sogar Fieber bekommen, melden sie sich bitte umgehend bei uns. Wundinfektionen sind zwar selten, aber auch bei größter Sorgfalt und Hygiene können sie auftreten, denn ihre Haut ist nicht steril. In diesem Fall kann es notwendig sein, dass sie für ein paar Tage ein Antibiotikum einnehmen müssen, um die Infektion zu kontrollieren und eine gute Wundheilung zu erzielen. Sollten sie leichtfertig mit so einer Komplikation umgehen, kann es zu Wundheilungsstörungen und vermehrter Narbenbildung kommen. Deshalb kontaktieren sie uns bitte sofort.
Der Hautkrebs ist entfernt und wie geht es nun weiter?
Nach dem Fadenzug besprechen wir den endgültigen Befund mit ihnen. Zur Nachsorge ist eine jährliche Hautuntersuchung des gesamten Körpers sinnvoll, da sie ein erhöhtes Risiko haben, einen weiteren hellen Hautkrebs an anderer Stelle zu entwickeln.
Zur Vorbeugung weiterer Lichtschäden empfehlen wir das konsequente Auftragen von Lichtschutzcremes mit Lichtschutzfaktor 50+ täglich, sowie die Meidung der direkten Sonneneinstrahlung um die Mittagszeit.
Heller Hautkrebs ist ein wichtiges Thema, bei dem Handeln dringend empfohlen wird. Sprechen Sie mit uns in Ihrem individuellen Beratungstermin.